Donnerstag, 21. Juni 2012

last.fm - Das Soziale Netzwerk für Musikliebhaber

last.fm ist ein Social Network, dass es den Usern ermöglicht deren Musik-Hörgewohnheiten zu verwalten und einzusehen. Hierzuwird eine Software runtergeladen, der der genutzte Mediaplayer zugewiesen wird und diese dann schließlich sämtliche abbespielte Tracks anhand derer Meta Daten erfasst und im User Profil erscheinen lässt.

Man hat eine chronologisch angeordnete Liste der zuletzt gehörten Tracks samt Titel, Künstlernamen und Album/Künstler Cover. Zusätzlich eine eigene Datenbank, die abspeichert, welche Songs wie oft gespielt worden und welche Künstler dieser Statistik nach der "beliebteste" ist.

Natürlich können auch hier Freundschaftsanfragen versendet werden und als besonderes Feature bietet die Seite  eine Übereinstimmungsanalyse, die sofort auf einen Blick anzeigt, wie sehr sich deine Hörgewohnheiten mit denen des gerade besuchten Userprofils decken.

Für jemanden wie mich, der seine Hobbies gerne schwarz auf weiß kategorisiert, archiviert und verwaltet ein wahres Paradies. Es gibt nichts schöneres, als die eigene Lieblingsmusik zu hören und zu sehen, wie auf ewig archiviert wurde, wann und wie oft ich sie gehört habe. Da tut es fast schon weh im Auto under unterwegs auf dem mp3-Player musik zu hören, da diese Devices nicht mit meinem last.fm counter verbunden sind...

Ganz zu schweigen vor meinr Zeit VOR last.fm...all die vielen Stunden mit dem Walk- und Discman wirken rückblickend nun fast schon vergeudet...

http://www.lastfm.de/user/SirJaySaeba

Und hier sind wir auch schon bei der Kritik, die ich schon in meinem Blogeintrag über soziale Netzwerke im allgemeinen zum Ausdruck gebracht habe. Es werden alberne und eigentlich sehr überflüssige Bedürfnisse geschaffen, ohne die vorher auch jeder hervorragend zurecht gekommen ist. Allein wegen last.fm habe ich angefangen meine mp3 Sammlung zu säubern bzw sie zu "reparieren" sprich hier und dort fehlende Meta Daten korregieren oder gar hinzuzufügen, denn am Computer abgespielte Tracks, die von der last.fm Software nicht protokolliert werden stellen einen dringend zu kurierenden Patienten dar!

Hier bringt netter online-SchnickSchnack Leute dazu sich stundenlang durch ihre mp3 Ordner zu wühlen und solch ansich ätzende Arbeit zu vollbringen, wie eben das Bearbeiten von Meta Daten...

Ein weiterer, viel größerer aber für die meisten gar nicht ersichtlicher Kritikpunkt ist, dass die Seite zum Musikhören am Computer bestärkt, was eben in den allermeisten Fällen das Abspielen des mp3-Formates bedeutet.

Ein Format, das gerade von audiophilen Leuten sehr kritisiert wird.

Steven Wilson, seines Zeichens autodidaktisch erlernter Toningenieur, Multiinstrumentalist, Produzent und Sänger der aktuell angesehensten Progressive Rock Band "Porcupine Tree" hat eine große Abneigung gegenüber das komprimierte Format; ja er verteufelt es gerade zu.
Mp3, so Wilson, sei ein unwürdiges Format um Musik zu hören, da die Kompression Details verwirft, die jedoch das vollständige Klangerlebnis ausmachen...zumindest in seiner Musik...und auch der von vielen anderen "guten" Bands.

Wer Musik mit Würde hören möchte, solle auf Vynil als tonträger setzen, die Platte auflegen, das Licht im Zimmer dimmen, sich ein Glas Wein einschenken und nach hinten lehnen um die Musik zu genießen.
Wenn es unbedingt auf dem PC geschehen muss, dann doch bitte flac Dateien.

So sehr ich den Mann und seine Musik schätze und auch gerne CDs nachkaufe, wird sich mir wohl (bevor ich mir nicht einen Plattenspieler mit teuren Soundboxen) der klangliche Unterschied zwischen einer flac und einer mp3 mit 320kb/s nicht erschließen.

Bis dahin bleibe ich weiterhin leidenschaftlicher last.fm User :)

Freitag, 15. Juni 2012

Social Networks und welche dies gern sein möchten

Wir reisen mal kurz die Vergangenheit, zurück ins Jahr 1992. Die 15 Jährige Sandra sitzt gerade an ihren Hausaufgaben, sieht dabei kurz aus dem Fenster und freut sich über prächtige Sonnenstrahlen, die in ihr Zimmer scheinen. Es ist schönes Wetter. Nichts wie raus und die Sonne genießen!!

20 Jahre später, Sandra hat eine Tochter, Leoni, diese sitzt gerade ebenfalls an den Hausaufgaben; auch sie registriert ein herrliches Wetter auf der Straße. Sie setzt sich an ihren Computer, öffnet ihren Facebook Account und teilt aller Welt mit, dass draußen gerade herrliches Wetter sei...

Soziale Netzwerke haben in den Menschen Bedürfnisse und Handlungsweisen geweckt, die aus einer neutralen und autarken Perspektive albern wirken. Belanglose Feststellungen, hirnlose Ausrufe oder spontane Ausrufe durch Freude oder Wut sind gängige Mitteilungen, die die Pinnwand eines jeden Facebook Nutzers überfluten. Hin und wieder tröpfeln auch mal einige witzige Bilder oder besonders geistreiche Aphorismen durch, die den Verstand so manchen Lesers durchaus auch intellektuell zu stimulieren wissen.

Dann gibt es auch noch die Leute, die in sozialen Netzwerken die ideale Plattform für Selbstvermarktung und Selbstdarstellung gefunden haben und gerne Bilder von sich in vermeintlich coolen Posen posten. Klassiker bei Damen sind die Bilder, die direkt vor einem Spiegel gemacht werden, wo das Blitzlicht zu sehen ist und eine übelst peinliche Duckface-Fresse.

Dabei war das gar nicht die Grundidee von sozialen Netzwerken. Viel mehr ging es darum alte (wahrscheinlich längst vergessene) Bekanntschaften neu wiederzu entdecken, diese online zu pflegen und eventuell diese auch weiter auszubauen. Neue Freunde über das Netz kennenlernen, quasi als netten Nebeneffekt um irgendwann festzustellen, dass der Fremdling, der ein guter Freund eines guten Freundes ist, ebenfalls eng vertraut ist mit einem ehemaligen Klassenkameraden, durch den du deine heutige Freundin kennst. Der Kreis schließt sich, doch so verblüffend und unwahrscheinlich das auf den ersten Blick wirken mag ist es gar nicht; zumindest nach der Ansicht von Stanley Milgram, der mit seinem "Kleine-Welt-Phänomen" festzustellen glaubte, dass zwei beliebige Personen, die sich nicht kennen von durchschnittlich 6 Bekanntschaften entfernt seien. Gegenstand dieser an der Harvard Universität durchgeführten Studie waren 60 beliebig ausgewählte Personen, die ein zusammengestelltes Informationspaket an jeweilige Zielpersonen in Boston schicken sollten und zwar nicht direkt, sondern eben über Bekanntschaften, die wiederum die ihre Bekannten betrauen, bis damit schließlich die Zielperson erreicht wird.

Dieses Experiment erinnert mich ein wenig an meine persönlichen Durchforstungen der deutschen Online-Fimdatenbank www.ofdb.de, wo ich es mir zur Aufgabe gemacht habe von jedem x-beliebigen Film über die Verlinkungung zu den Filmographien von Regisseur und Darstellernamen an selbst vorgegebene Zielfilme zu gelangen. Dabei habe ich festgestellt, dass (sofern man Ahnung von den Filmographien hat) tatsächlich sehr weitläufig von Hollywood Triple-A Titeln zu unbekannten Insider-ArtHouse Streifen gelangen kann, wodurch ich diesem "kleine -Welt Phänomen" durchaus zustimmen kann.

Soziale Netzwerke sind jedenfalls mit ihrer Allgegenwärtigkeit zu einem essentiellen Bestandteil von Kontaktaufnahme geworden sind. Sowohl private Veranstaltungen und Treffen werden hier organisiert, sowie auch teilweise auch Berufsbedingter Informationsaustausch durchgeführt; beispielsweise werden Kurzmitteilungen ind Problembesprechungen der Projektgruppen in BME6 in Facebook getätigt.

Soetwas passiert natürlich nur in großen und themenlosen Netzwerken wie eben facebook, während auf spezielleren Seiten, die sich zum Beispiel gezielt der Partnersuche verschrieben haben, einheitlichere Gespräche stattfinden. Tatsächlich jedoch wurden aber auch durch Facebook die ein oder andere Beziehung zum Laufen gebracht, und das komplett ohne die exklusive "Partner Such-App", die dort mittlerweile angeboten wird. Durch die Offenheit und Ungebundheit an bestimmte Zielgruppen wurde Facebook zum Marktführer und lässt die deutsche VZ-Konkurrenz erst erkennen, dass die Aufteilung in meinVZ, schuelerVZ und studiVZ rückblickend eigentlich nur zum Scheitern verurteilt war.

Ich selbst war auch ein studiVZ Mitglied, bis ich irgendwie mehr oder weniger durch "Gruppenzwang" zu facebook hingezogen wurde. Auch ich schaue so gut wie jeden Tag mal vorbei um neue Nachrichten abzufangen und manchmal auch mich durch einige witzige Bilderstrecken zu klicken, gebrauche selbst jedoch den Pinnwand editor in Ausnahmefällen und verbringe generell nur wenige Minuten am Stück dort, es sei denn ich führe eine Chat Unterhaltung. Ich lege auch wahnsinnig gerne Lieblingslisten an im Bereich Musik, Film und Spiel da ich gerne meinen (nerdigen) Geschmack offenlege (und insgeheim hoffe Gleichgesinnte zu finden). Auch ist es großartig berühmte Ikonen und Weltstars dort "liken" zu können, die durch diese Plattform persönliche Nachrichten an die Fans schicken können...Welch ein Fanservice!!

Facebook ist zu einer täglichen Gewohnheit geworden und sofern man nicht mehrere Stunden damit verbringt anderen Kontakten hinterherzustalken oder belanglosen Mist zu posten, der die Welt nun wirklich nicht interessiert, ist diese Gewohnheit auch eine recht gesunde und auch produktive!

Sonntag, 10. Juni 2012

E-Learning

Es gibt einen bedeutenden Hauptunteschied den ein Studium von der Schule unterscheidet: Selbstständigkeit!
Wer sich nicht selbst zu helfen weiß und keine autodidaktischen Ambitionen pflegt, wird als Student nicht lange überleben. Vor 20 Jahren hieß das die hiesige Uni-Bibliothek durchzuforsten und dort Nächte lang vor schier unüberwältigenden Bücherstapeln zu verbringen. Auch wenn Bücher heute immernoch ein wertvolles Naschlagmedium darstellen, sind es aber vor allem Videoportale und andere webbasierte Lernvorrichtungen.

Auch ich kann mich an die Nutzung von E-Learning Inhalten bis ins erste Semester zurück erinnern.
Darunter waren unter anderem Aufzeichnungen von Vorlesungen, wie etwa die "Grundlagen der Mathematik" Vorlesung von Prof. Jörn Loviscash von der FH Bielefeld, der extra für diese Vorlesung ein elektronisches Zeichengerät mit der Videokamera synchronisierte. Hier eine Beispielvorlesung:
http://www.youtube.com/watch?v=yNwBDGZ2xts&list=PL5F6F56F5E5F3EC5C&index=11&feature=plpp_video

Ebenfalls sehr prägend für mich waren die Videotutorial Reihen von Jonathan Williamson und David Ward über fortgeschrittene Nutzung der 3D-Grafik Software "Blender", ohne die ein eigenständiges Erlernen dieser komplexen Software gar nicht möglich wäre: http://cgcookie.com/blender/2010/11/12/creating-a-werewolf-part-4/

Doch Videos sind letztlich auch nur eine Form des "Broadcasting" wie es auch schon das klassische "Lehrer hält Vortrag vor der ganzen Klasse"-Model ist. Die Form von E-Learning, von der auch Salman Khan in seinem Vortrag über "Reinvention of Education" gesprochen hat lässt sich in einer ähnlichen Form ansatzweise bei der Virtuellen Hochschule Bayern finden.

Hier habe Ich den Sprachkurs "Russisch für Anfänger" belegt, der genauer gesagt von SZ-Online angeboten wird. http://www.sprachenzentrum-online.eu/welcome.sz
Der Sprachkurs ist eine aufwendige Java Applikation, die Inhalte vermittelt und Wissen abfragt. Lösungsversuche können korrigiert werden und bisherige Fortschritte in einer übersichtlichen Statistik abgerufen werden. Zusätzlich steht ein Forum bereit, in dem nicht nur direkte Fragen zur Sprache an sich an die Betreuer stellt werden können, sondern auch Kritik und Verbesserungsvorschläge an das didaktische Konzept oder auch Hinweise auf Fehler und Bugs in der Software. Als Ergänzung zum Sprachkurs werden Skypekonferenzen angeboten in denen die Studenten sich mit den Betreuern in der jeweiligen Sprache zu Übungszwecken unterhalten können.

Das einzige Problem ist die recht intolerante Software, für die es gerade bei Übungen wo ganze Sätze geschrieben werden sollen, nur einen einzigen "String" als Lösung kennt und bereits ein fehlendes Komma als kompletten Fehlversuch wertet. Deswegen hat man glücklicherweise auch 3 Versuche für die Bearbeitung einer Übung, doch die teilweise abstrakten Aufgabenstellungen machen es einem auch nicht sonderlich leicht.

Nichts destotrotz ist diese Plattform ein großartiges Paradebeispiel für eigenständiges Lernen im Web und ist nur jedem zu empfehlen, der eine neue Sprache lernen, sich jedoch nicht an feste Anwesenheitstermine binden möchte.